Ullis Zeitreise

In dieser Rubrik öffnet Hans-Ulrich Krause, ehemaliger Sportreporter des "Vlothoer Wochenblattes" und später des  "Vlothoer Anzeigers", das "Schätzkästlein" seiner Erinnerungen an unseren Verein.
Bernd Wienecke

Bernd Wienecke: Von Vlotho-Uffeln in die 2. Handball-Bundesliga

Kurios: Handball mit links, Tischtennis mit rechts

Aus der HSG Vlotho-Uffeln (heute: TuS Westfalia Vlotho-Uffeln) sind Spieler hervorgegangen, die höherklassig bei namhaften Vereinen gespielt haben. Harald Giesel und Herbert Nottmeier beispielsweise. Und Bernd Wienecke!

 

 

 

 

 

Handball mit links, Tischtennis mit rechts: Bernd Wienecke.

Wienecke gehörte in der Saison 1989/1990 dem Kader des Handball-Zweitligisten TuS Nettelstedt an. In 20 von 26 Punktspielen saß der damalige Student der Betriebswirtschaften an der Universität Bielefeld auf der Nettelstedter Bank. Insgesamt waren es zwölf Spiele, die er dort bestritt. Im „Vlothoer Anzeiger“ stand dazu geschrieben:
„In der Rückrunde platzte beim früheren Spieler der HSG Vlotho- Uffeln der Knoten: er verdrängte Stefan Neitzel von der Rechtsaußen-Position und warf auch 18 Tore für die Nettelstedter.“
Viermal die Woche fuhr Bernd Wienecke zum Nettelstedter Training. Höhepunkte der Saison waren für ihn die Spiele gegen den VfL Hameln (mit DDR-Torwart-Legende Wieland Schmidt) sowie die Derbys gegen GWD Minden. Im letzten Saisonspiel war der VfL Bad Schwartau der Gegner, und der frühere Nationalspieler Erhard Wunderlich war Wieneckes Gegner. Artig gratulierte Wienecke seinem prominenten Gegenspieler, denn Bad Schwartau war nach einem Sieg über Nettelstedt in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Nettelstedt wäre abgestiegen, wenn nicht Wanne-Eickel aus finanziellen Gründen hätte tiefer spielen müssen. Abstieg wäre für Bernd Wienecke nichts Neues gewesen, denn mit der HSG Vlotho-Uffeln war er zweimal abgestiegen (aus der Bezirks- und Kreisliga) und mit Möllbergen ebenfalls.
In der Saison 1990/1991 spielte Bernd Wienecke für den Oberligisten VfL Mennighüffen zwei Klassen tiefer.
Mit neun Jahren begann Bernd Wienecke mit dem Handballsport bei der HSG Vlotho-Uffeln. Als C-Jugendlicher hütete er sogar das Tor der Kreisauswahl. Bei einem Turnier in Rothenuffeln wurde er dann als Feldspieler entdeckt.
Bernd Wienecke ist auch heute noch, in der Saison 2019/20, im Tischtennis für den TV „Eintracht“ Valdorf aktiv. Tischtennis spielte er lange parallel zum Handball, bis er dort aufhörte. Im Tischtennis gelangte er bis in die Bezirksklasse und war dort lange Spitzenspieler neben dem Abwehrcrack Manfred Obernolte. Mit in seinem Team spielte auch Bernd Wieneckes Bruder Markus, ehe dieser nach Süddeutschland verzog. Auch Markus Wienecke hat in Vlotho-Uffeln Handball gespielt

 

 

 

Markus Wienecke, jüngerer Bruder von Bernd, spielte ebenfalls in Uffeln Handball (hier ist er bei einem Siebenmeter zu sehen) und Tischtennis im Turnverein „Eintracht“ Valdorf. Aus beruflichen Gründen ging er in frühen Jahren nach Süddeutschland.
Kurios: Im Tischtennis schmettert Wienecke mit der rechten Hand, während er beim Handball mit links warf.
Seinen Mannschaftskameraden in beiden Sportarten war und ist Bernd Wienecke aufgrund seiner zurückhaltend-ruhigen Art immer ein angenehmer Teamgefährte gewesen.
Fotos: Hans-Ulrich Krause
Pascal Vette

Ein besonderer Trainer: Pascal Vette

„Jung, kompetent, kommunikativ, wandelndes Lexikon“

Wenn bei der damaligen HSG Vlotho-Uffeln (heute: TuS Westfalia Vlotho-Uffeln) neue Trainer im Damen- oder Herrenbereich vorgestellt wurden, geschah das in der Regel nach folgendem Prinzip: Zwei Vorständler stellten den neuen Übungsleiter oder die neue Übungsleiterin vor, und sodann richteten diese kurz ihre Worte an ihre versammelten Schützlinge.
Und eines Tages wurde der junge Pascal Vette den Spielerinnen der HSG präsentiert. Ich sehe ihn noch vor mir: im Schneidersitz auf dem Hallenboden platziert und einige Botschaften an seine neuen Spielerinnen richtend. „Ist der jung...“, habe ich mir gedacht. Torsten Brandt und Marcus Bärenfänger waren damals in die Sporthalle gekommen, um ihn der Mannschaft vorzustellen.

 

Verabschiedung von Tina Pasqualicchio, Nicole Schneider und Alexandra Mundt (vorne, von links)

durch Torsten Brandt, Trainer Pascal Vette sowie Betreuer und „treue Seele“ Manfred Mundt.

Schnell wurde ich gewahr: Der ist hochkompetent! Das erlebte ich bei den Interviews, die ich entweder für meine Spielvorschauen mit ihm telefonisch führte, oder direkt vor und nach den Meisterschaftsspielen in der Vlothoer Rudolf-Kaiser-Sporthalle. Da sprach immer jemand, der keine Worthülsen von sich gab, sondern stets gut informiert über seine und die gegnerische Mannschaft war. Ich habe Trainer erlebt – dies jedoch mehr im Vlothoer Fußballgeschehen- , die derart einsilbig und wortkarg waren, dass ich oftmals dachte: Das Gespräch mit diesem Coach kannst du Dir sparen, weil nichts dabei herauskommt. Da kann es fünf rote Karten und zwei Beinbrüche geben – er weiß trotzdem nichts zu sagen und druckst tonlos herum...
Das war bei Pascal Vette völlig anders. Er war zudem ein sehr kommunikativer Typ. Und er war auch offen. Kritisierte auch sein Team, wenn dies notwendig war. Niemals ein Schönfärber.
Außerdem ein sehr aufgeweckter Typ.
Einmal hat er mich in der Redaktion besucht. Auch das war für mich sehr lehrreich. Ich gestehe: Richtig gut kannte ich mich insbesondere im Fußball (hat mich von klein auf interessiert) und im Tischtennis (ich war 34 Jahre für drei Vereine aktiv und habe auch als Jugendtrainer gearbeitet) aus. In den Handballsport musste ich mich vielmehr regelrecht hineinarbeiten. Gewisse Feinheiten habe ich gewiss auch am Schluss meiner Tätigkeit nicht erkannt.
Vette ließ mich bei seinem Besuch hinter die Kulissen blicken, erläuterte mir beispielsweise Würfe, die trainiert wurden. Einer hatte sogar einen Namen: „Wuchtbrumme“ (so hieß übrigens auch das Hallenheft, das die Mannschaft zu ihren Heimspielen herausgab und für das ich lange Zeit die Fotos lieferte). Ich spürte sehr bald, dass dieser Mann sehr viel Ahnung von der Trainingslehre besaß, zugleich aber auch ein Praktiker und kein Nur-Theoretiker war. Wurfbilder erläuterte er mir, weiß ich noch. Beruflich war Pascal Vette Krankenpfleger. Es war mitunter nicht so einfach, ihn in seiner Dienstelle in einem Krankenhaus zu erreichen. Wir hatten bestimmte Tage und Zeiten vereinbart, an dem ich die für meine Vorschauberichte so wichtigen Informationen von ihm bekommen könnte. Klappte das nicht, musste ich versuchen, ihn zuhause zu erreichen. Im allergrößten Notfall, wenn kein Kontakt zustande kam, musste ich die Spielvorschauen für die Freitagausgabe „kalt“ schreiben, also ohne Trainereinformationen, nur auf meinem Kenntnisstand beruhend. Das war unbefriedigend, weil letztlich ohne Neuigkeitswert für den Leser.
In der Ausgabe des „Vlothoer Anzeigers“ vom Mittwoch, 4. Januar 2006, habe ich Pascal Vette interviewt. Da war er bereits im dritten Jahr Trainer der Landesliga-Handballerinnen aus Vlotho-Uffeln und 31 Jahre alt. Somit hatte er das Team als 28-Jähriger übernommen. Er sagte zum Status quo der Mannschaft: „Das erste Jahr war ein Aufbaujahr. Im zweiten Jahr haben wir mit unserer neuen 3:2:1-Abwehr für manche Überraschung gesorgt. In der laufenden Spielzeit mussten wir vier neue Spielerinnen einbauen. Es ist eine gesunde Basis gelegt.“
Das Saisonziel hieße, so Vette weiter, unter die ersten fünf Mannschaften zu kommen. Und das sei derzeit erreicht worden. Vette bemängelte in diesem Gespräch, dass im Training nicht immer mit voller Intensität gearbeitet worden sei. Das müsse besser werden. Die Mannschaft habe sich aber gut entwickelt und die Neuzugänge seien bestens integriert worden. Zukünftiges Ziel sei, immer das volle Leistungspotential abzurufen und nicht nur – wie gegen manches „Kellerkind“ - 85 Prozent.
In der Hinrunden-Bilanz hatte ich in derselben Ausgabe mit der Überschrift „Landesliga-Spielerinnen auswärts unbesiegt“ über Pascal Vette geschrieben: „Großen Anteil an der Entwicklung hat natürlich Trainer Pascal Vette, der für den Handballsport lebt und ein wandelndes regionales Lexikon ist. Sagt man ihm ein Stichwort, beispielsweise: Wer ist bei Elsen zu beachten?, sprudelt es aus dem Bünder nur so heraus. Die Mannschaft trägt seine Handschrift und zeigt feinen Offensivhandball. Natürlich hat auch Co-Trainer Maik Tacke und haben die beiden Betreuer Carolin Fend sowie Manfred Mundt ihren Anteil am Erfolg.“
Beendet habe ich meinen Artikel so: „Es sind noch Verbesserungen möglich. Und Übungsleiter Pascal Vette, dem Niederlagen schwer zu schaffen machen, wie er in der nach wie vor lesenswerten Hallenzeitschrift Wuchtbrumme zugab, feilt daran, noch mehr aus seinen Schützlingen herauszukitzeln.“
Immer nah bei seinem Team: Pascal Vette. Links jubelt Doreen Ludwig. Rechts vom Trainer: Sandra Stahlhut, daneben Alexandra Mundt.

 

Christina Oepke und Kerstin Rügge neue Torhüterinnen

Vor dieser erwähnten Saison 2006/2007 hatte es unter Vette ein Trainingslager in Glinde gegeben. Das neue Torhüterinnen-Gespann in dieser Serie bildeten Christina Oebke und Kerstin Rügge. Hinzu gekommen war Daniela Gräbe - wie Rügge von der TSG Hohenhausen aus dem benachbarten Kalletal - ; außerdem war Kathryn Fromme reaktiviert worden. Leitungsträgerinnen im Team jener Zeit waren Annika Irle, Sandra Stahlhut, Andrea Fromme, Christin Kuhn und Janine Steffen, um nur mal einige zu nennen.
Ich habe Pascas Vettes weiteren Trainer-Werdegang bei anderen Vereinen in der Presse verfolgt. Einer wie er hat aufgrund seines Engagements und Wissens überall Erfolg. Und beliebt ist er aufgrund seiner offenen Art und Kommunikationsfreude auch. Für einen Sportjournalisten ist es äußerst angenehm, mit solch einem absoluten Fachmann zusammenzuarbeiten.
Fotos: Hans-Ulrich Krause
Heinrich "Heini" Rosemeier

Oberliga-Heimspiel Uffeln gegen Hohenlimburg. Rechts die Uffelner Mannschaft. „Heini“ Rosemeier ist auch auf dieser Aufnahme der größte Spieler. Ferner sind von den Gastgebern zu erkennen: Torwart Nottmeier, Rinne, Lindemann und Grösch. Die Zuschauermassen – bis zu 1.200 Fans - sind zu erahnen.

Deutsche Spitzenklasse aus Uffeln

Heini“ Rosemeier kämpfte mit Solingen 98 um die Deutsche Feldhandballmeisterschaft

Die obige Überschrift  setzte ich im „Vlothoer Anzeiger“ vom 26. November 1999 über einen großen Artikel. Und ich verwende sie an dieser Stelle erneut. Denn sie passt. Es geht um die Laufbahn des Uffelner Feldhandballspielers Heinrich Rosemeier, der in seinem Heimatort immer nur „Heini“ genannt wurde. Er spielte mit Solingen 98 um die Deutsche Feldhandball-Meisterschaft vor teilweise 38.000 Zuschauern mit. Und er stand einmal im Notizbuch des damaligen Bundestrainers Werner Vick. Zu einer Nominierung ist es jedoch nicht gekommen.
Beim TuS „Westfalia“ Uffeln gehörte „Heini“ Rosemeier der heute noch legendären Oberliga-Mannschaft von 1958 an. Die Oberliga war damals die höchste Spielklasse in Deutschland. Nach einem Jahr erfolgte wieder der Abstieg, aber das soll diesen einmaligen Erfolg in der Vereinsgeschichte nicht schmälern, auf den wir in dieser Artikelserie noch näher eingehen werden.
„Heini“ Rosemeier ging 1962 berufsbedingt nach Düsseldorf (er war Kaufmann in der Eisenbranche) und schloss sich dem BSV Solingen 98 an. Für diesen Verein hat er bis 1966 gespielt. Es war die Epoche großer Solinger Erfolge. 1963 unterlag Solingen im Endspiel um die Deutsche Feldhandball-Meisterschaft dem VfL Wolfsburg im Wuppertaler Zoostadion mit 9:10 vor 38.000 Zuschauern. Rosemeier über dieses Match: „Da war schwer zu spielen. Es war Herbst, und der Rasen war glitschig.“
1964 gewann Solingen 98 die Deutsche Meisterschaft. Im Finale gegen Grün-Weiß Dankersen (15:14) musste der Uffelner jedoch pausieren. „Ich saß wegen einer Sperre auf der Ersatzbank“, so Rosemeier im Rückblick. Der Platzverweis soll jedoch „eine haarsträubende Fehlentscheidung des Lübecker Schiedsrichters gewesen sein“, hieß es zu seiner Verabschiedung im „Solinger Tageblatt“ am Mittwoch, 16. März 1966. Die Tageszeitung hatte als Überschrift gedruckt: „Eine Kanone im Wurfarm.“
1965 hatte Solingen das Endspiel um die Westdeutsche Meisterschaft in Herford gegen Grün-Weiß Dankersen nach Verlängerung gewonnen. Beim Gegner war das deutsche Ausnahmetalent Herbert Lübking die überragende Erscheinung.
Bei Solingen 98 standen seinerzeit mit Willi Metzger und Siegfried Korsawe zwei Nationalspieler in der Mannschaft. Trainer war Gerd Enders, der, aus der DDR gekommen, später auch Grün-Weiß Dankersen trainierte. Solingen 98 war damals begehrt. Die Mannschaft spielte im Praterstadion zu Wien, in Berlin-Schöneberg und in der Schweiz. „Heini“ Rosemeier stand sogar im Notizbuch von Bundestrainer Werner Vick für die B-Nationalmannschaft, „doch das zerschlug sich dann“, so Rosemeier Jahrzehnte später bei unserem Gespräch. Trainiert wurde bis in den Herbst zweimal in der Woche. Dann ging`s in die Halle, wobei der Hallenhandball erst gerade begann. Solingen spielte einmal in der Dortmunder Westfalenhalle. Rosemeier dazu: „Da war ein Hexenkessel von 15.000 Zuschauern. Wir wussten hinterher nicht mehr, wo wir raus mussten...“
Im Bild „Heini“ Rosemeier (links) im Wuppertaler Stadion vor 38.000
Im Bild Jubelnd: „Heini“ Rosemeier.
Über seine Spielstärke schrieb das „Solinger Tageblatt“: „Als Linksaußen hatte er maßgeblichen Anteil an der steil ansteigenden Spielstärke des BSV 98. Der robuste Stürmer wusste sich immer durchzusetzen, arbeitete uneigennützig und mit Fleiß.“ Rosemeier erinnerte sich an prominente Gegenspieler in anderen Mannschaften wie Hansi Schmidt, Fritz Spannuth, Herbert Lübking oder Horst Singer.
1966 kehrte Rosemeier nach Uffeln zurück. Seine Gattin brachte er aus Düsseldorf mit. Er fungierte bis 1971 als Spielertrainer bei seinem Stammverein TuS „Westfalia“ Uffeln. Der Klub war bis in die Kreisliga abgesackt, schaffte aber unter Rosemeiers Regie Aufstiege bis in die Verbandsliga. 1972 hat Rosemeier auch den SuS Veltheim trainiert. Nun ging aber die Feldhandball-Epoche endgültig zu Ende, der Siegszug des Hallenhandballs auf kleinerem Feld hatte begonnen. Seine eigene Laufbahn hatte Rosemeier 1971 mit 33 Jahren beendet.
Geblieben sind „Heini“ Rosemeier, der in Solingen „Heinz“ gerufen wurde, viele Erinnerungen. Beispielsweise war bei einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft ein junger Reporter in der Kabine, der bald im Fernsehen Karriere machte: Wim Thoelke. Er moderierte später das Aktuelle Sportstudio des ZDF und wurde dann Showmaster im gleichen Sender.
„Heini“ Rosemeier ist verstorben. Er lebte, als ich ihn interviewte, direkt am Uffelner Sportplatz in der Jahnstraße 16. Aus seinem Wohnzimmer schaute er direkt auf den Platz und sagte dazu: „Der war damals noch schmaler. Eine Umzäunung gab es nicht. Das Sporthaus war damals so wie heute. Da war es so eng, dass ich immer zuhause geduscht habe.“
Am 10. Juli 1982 hatte „Heini“ Rosemeier seine alten Solinger Kameraden zu einem Altherren-Turnier im Rahmen des Uffelner Sportfestes eingeladen. Weiterhin spielten Grün-Weiß Dankersen, SuS Veltheim und natürlich der TuS Westfalia Uffeln mit. „Wir haben hinterher 120 Personen hier im Garten beköstigt“, erinnerte sich der Initiator. Von seinen Solinger Kameraden erhielt er eine Dankesurkunde, die mit „Deine Oheios“ unterschrieben war. Dieses Ausdruck erklärte mir Heini Rosemeier so: „Oheios war unser alter Schlachtruf. Das soll Guten Morgen auf Japanisch heißen.“ „Oheios“ wurde die Solinger Mannschaft mitunter auch in der Presse genannt.

„Heini“ Rosemeier war fraglos einer der ganz Großen des

TuS „Westfalia“ Vlotho-Uffeln!

Ilona Sundermeier

99-fache Nationalspielerin im Uffelner Trikot

Mit Ilona Sundermeier gelang der Sprung in die dritthöchste deutsche Liga

Die bekannteste Spielerin, die je im Trikot des TuS „Westfalia“ Vlotho-Uffeln aufgelaufen ist, war Ilona Sundermeier (Jahrgang 1951).

9. März 1985: Die Handballdamen der damaligen SG Vlotho-Uffeln schaffen durch einen 12:11-Auswärtssieg in Bergkamen den Aufstieg in die Oberliga. Das war damals die dritthöchste deutsche Spielklasse. Es war bereits der vierte Aufstieg in fünf Jahren! Zu diesem Zeitpunkt agierte Ilona Sundermeier „nur“ noch als Spielerin. Trainer war Klaus Rosemeier. Aber in der Saison 1983/84 hatte sie das Amt der Spielertrainerin inne. Durch ihre Tätigkeit als Lehrerin an der Realschule Vlotho hat sie viele Talente entdeckt, die später Stammspielerinnen der Uffelnerinnen geworden sind.
Ilona Sundermeier (Mädchenname: Kind), hier bei einem Freiwurf für Vlotho-Uffeln vor vollbesetzten Zuschauerrängen in der Rudolf-Kaiser-Sporthalle, bestritt 99 Länderspiele für Deutschland und errang vier Deutsche Meisterschaften mit ihrem Stammverein TuS „Eintracht“ Minden (1973, 1975, 1976 und 1978). An ihrer Seite ihre Zwillingsschwester Veronika. Beide galten damals als das „doppelte Lottchen“ des deutschen Handballs. Veronika (später: Maaß) zog ins lippische Elbrinxen und spielte für den TV Blomberg. Einmal standen sich Ilona und Veronika sogar bei einem Punktspiel in Vlotho gegenüber! Ihr letztes Heimspiel für Uffeln bestritt Ilona Sundermeier am 2. Mai 1987 im Oberliga-Match gegen Blomberg (da war ihre Zwillingsschwester aber nicht mehr dabei). Zwei Tage zuvor war sie offiziell vom Verein verabschiedet worden.
 
Als Überschrift für ihr letztes Spiel in Vlotho wählte die Lokalzeitung „Vlothoer Anzeiger“ diesen Titel: „Ein Denkmal stieg vom Sockel. Ilona Sundermeier beendete ihre Laufbahn.“ Zu ihrer Verabschiedung waren alle HSG-Spielerinnen gekommen, die mit der Alt-Internationalen von 1980 bis 1987 in Vlotho zusammengespielt hatten. Ilona Sundermeier, die stets bescheiden-zurückhaltend auftrat, kommt zu Vereinsjubiläen oder besonderen Anlässen immer gern nach Vlotho. Hier ist sie stets ein gern gesehener Gast.